Dipl.-Ing. Eugen Lamers

Ich habe von Ende 1999 bis Anfang 2005 an der Universität Bremen in der Arbeitsgruppe Kommunikationsnetze (ComNets) als wissenschaftlicher Mitarbeiter gearbeitet.

Zuvor habe ich am Lehrstuhl für Kommunikationsnetze (ComNets) an der RWTH Aachen im Juni 1999 mit meiner Diplomarbeit mein Studium der Elektrotechnik -- Schwerpunkt: Technische Informatik -- abgeschlossen.

Thema der Diplomarbeit: Erweiterung und Anwendung des RESTART/LRE-Simulators zur Dienstgüteuntersuchung in Hochgeschwindigkeitsnetzen  (Kurzfassung, Abstract).

Arbeitsthema: Simulation seltener Ereignisse

Wir arbeiten an einer Methode zur Beschleunigung stochastischer ereignisgesteuerter Simulation. Die Notwendigkeit der Beschleunigung kommt daher, dass wir seltene Ereignisse untersuchen möchten, also solche, deren Eintreffwahrscheinlichkeit besonders gering ist. Die Problematik dabei ist, dass die Wahrscheinlichkeit eines solchen seltenen Ereignisses mit normaler Simulation nicht ausreichend zuverlässig ermittelt werden kann. In einer Simulation muss jedes Ereignis, das uns interessiert, eine gewisse absolute Mindesthäufigkeit haben, damit verlässliche Aussagen über dessen Wahrscheinlichkeit gemacht werden können. Wenn beispielsweise die (unbekannte) Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses 2e-6 beträgt, und wir 1e6 Messwerte simulieren, dann tritt dieses Ereignis im Mittel 2mal auf. Tritt es nur einmal auf, haben wir einen Fehler von 50%. Eine Faustregel -- sogenannte   large sample Bedingungen -- fordern, dass jeder mögliche Wert der Zufallsvariablen mindestens etwa 100mal auftritt.

Der Bereich, den wir untersuchen und in dem diese seltenen Ereignisse auftreten, sind Kommunikationsnetze. Dort gibt es z.B. in ATM Netzen die Forderung nach sehr geringen Zellverlustwahrscheinlichkeiten, die im Bereich von 1e-9 liegen. Für solche Fälle müsste man bei normaler unbeschleunigter Simulation mindestens 1e11 (100 Milliarden) Werte ermitteln.

Daher wird versucht, solche seltenen Ereignisse zu provozieren. Ein Verfahren ist das sogenannte RESTART, das auf bedingten Wahrscheinlichkeiten basiert. Es werden bestimmte Werte der gemessenen Zufallsvariablen (Schwellen) ausgewählt, um bei deren Überschreiten alle relevanten Daten des Systems zu speichern, sogenannte Übergangszustände.

Markov Modell
Wenn die gemessene Zufallsvariable des simulierten Systems wieder einen Wert erreicht, der eine höhere Wahrscheinlichkeit hat als der Wert der Schwelle, dann lädt die Simulation einen der gespeicherten Zustände und setzt dort wieder auf. Die Wahrscheinlichkeit des Schwellwertes wird dann in die Berechnung des gesuchten Ereignisses mit einbezogen. Das Verfahren kann auch mehrstufig -- mit mehreren Schwellen -- angewendet werden.

Mit dem sogenannten LRE (Limited Relative Error) Verfahren können sogar komplette Verteilungsfunktionen von Zufallsvariablen ermittelt werden, nicht nur die einzelnen Wahrscheinlichkeiten der Schwellwerte und des gesuchten Ereignisses.

Ohne derartige Provokationen von seltenen Ereignissen werden die Bereiche der Verteilungsfunktion, die höhere Wahrscheinlichkeiten haben, unnötigerweise weiter und genauer ausgewertet, weil diese Werte der Zufallsvariablen immer wieder auftreten. Mit den Verfahren werden die entsprechenden Resourcen, insbesondere die Zeit, besser verteilt und nicht mehr für bereits ausreichend genau ermittelte Abschnitte der Verteilungsfunktion verschwendet.

Workshops zum Thema Simulation seltener Ereignisse (Rare Event Simulation, RESIM)

Sourcecode Dokumentationen zu Projekten

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Eugen Lamers <elm@comnets.uni-bremen.de>

Last modified: Sat Nov 25 14:11:21 CET 2006